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Münchner Oktoberfest nun auch politisch ? 30.09.2026

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt München, 30.09.2026, 01:49 Uhr
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Der Schein trügt auf dem Münchner Oktoberfest
Der Schein trügt auf dem Münchner Oktoberfest  Bild: pexels / pixabay.de

München [ENA] Inzwischen vergeht ja nicht eine Woche, wo irgendwelche Möchtegernsonderdemokraten wieder etwas entdeckt haben, was den Begriff Rassismus rechtfertigt und dringend von dieser Welt getilgt werden muß. Nun hat es offensichtlich auch das Münchner Oktoberfest erwischt.

Begonnen hat alles ganz harmlos, wie eigentlich schon immer die letzten Jahre. Da geht es um die Vergabe der großen Zeltplätze der Bierzelte. Theoretisch kann sich jeder darum bewerben, aber die altbekannten jährlichen großen Stammbiermarken haben eigentlich Vorrechte, die ein kleinerer Bierfabrikant kaum einreißen kann. Dazu gibt es die Schützen – Zelte, die von Schützen – Gesellschaften vergeben werden. Und es gibt es einen Katalog an Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Darin zum Beispiel die Frage enthalten, ob Erfahrungen bei der Ausrichtung und Teilnahme an einer derart großen Veranstaltung bestehen. Schwierig, wenn man bisher daran nicht teilnehmen konnte.

Das erinnert mich an den Azubi, der nach seiner Ausbildung 10 Jahre Berufserfahrung mitbringen soll, um einen Job zu bekommen. Inzwischen ist der Kampf um einen Platz auf dem Oktoberfest auch gerichtlich angegangen worden. Ein Bierbetreiber hat gleich mit 6 Anwälten versucht, die Vergaberichtlinien zu ändern, unter anderem fordert er eine europaweite Ausschreibung der Vergabeplätze. Über den Ausgang des Verfahrens ist mir bisher nichts bekannt, wohl aber kann ich klar Stellung beziehen. Es handelt sich nicht um ein europäisches Fest, sondern ein klar Deutsches Traditionsfest. Da erwarte ich nach dem deutschen Reinheitsgebot Bier und deutsche Traditionswaren wie Brezeln, Hähnchen und Klöße.

Für griechisches oder ukrainisches Bier und Döner oder Gyros sind andere Lokalitäten zuständig, von denen wir ohne hin schon zu viele im Deutschland haben. Aber nicht nur die Vergabe ist ein Problem in manchen Augen. Neben den Zelten gibt es auch klassische traditionelle Unterhaltungslokalitäten, und dazu gehört Feldl's Teufelsrad, das es bereits über 100 Jahre gibt. Es handelt sich um eine große, nach aussen abfallende schräge Holzscheibe, die sich um die eigene Achse dreht. Die Teilnehmer, die sitzend Platz nehmen, versuchen, sich durch Geschicklichkeit und trotz ansteigender Fliehkraft so lange wie möglich auf der Scheibe zu halten. Ein Moderator heizt das Geschehen mit direktem, urbayerischem Humor an.

Das Publikum schaut dem Treiben von den Rängen aus zu. Und genau hier haben sich die Neudenkendemokraten eingeschossen. Denn vor dem Eingang dreht sich ein Rad mit 4 lustig und fröhlich dreinblickenden Frauenfiguren, die teilweise leicht bekleidet dargestellt sind. Zu Sexistisch, zu rassistisch wurde jetzt den Betreibern vorgeworfen. Und wie so oft in solchen Fällen knicken diese ein, pfeifen auf eine über 100 Jahre eingesessene etablierte deutsche Tradition und haben nun die Figuren geändert. Jetzt gibt es Schuhe, Röcke und ein längeres Kleid, freier Oberkörper und großzügiger Ausschnitt Fehlanzeige. Ausgerechnet die Gleichstellungsstelle München und die Fachstelle für Demokratie hatte das jetzt bemängelt.

Wie gesagt, nach über 100 Jahren. Ich spare mir eine Anfrage bei diesen Stellen, weil ich mir vorstellen kann, was für Personen dort offensichtlich jetzt tätig sind und Einfluß haben. Neue Fachkräfte lassen grüßen, ist meine Einschätzung. Wer jetzt glaubt, das waren die Probleme, aber nein, auch das Münchner Oktoberfest, genau gesagt einiges Personal davon, schickt sich nun an, Kultur Freizeit Lebensfreude und Spaß zu bekämpfen, damit auch diese Veranstaltung bald nicht mehr besucht werden kann. Was ist denn da los ? Die Erklärung fängt ganz harmlos an: Man sei ja jedes Jahr insbesondere im Laufe des Abends mehr und mehr sexistischen anzüglichen diskriminierenden Sprüchen ausgesetzt.

Jetzt wurde eine Initiative ins Leben gerufen, um ein respektvolles Miteinander auf der Wiesn zu gewährleisten. Das klingt zu schön um wahr zu sein, ist es dann auch nicht, denn hinter dieser Wortfloskelbandmauer findet sich ein ganz anderes Kalkühl, das erst auf Nachfrage dann aufgetischt wird. Denn aus den pöbelnden lauten sexistischen meist alkoholisierten Gästen wird dann eine ganz bestimmte Gruppe an Personen, die eigentlich gemeint sind. Und weil es so schön ist, nimmt man gleich pauschal alle aus dieser Gruppe ins Visier. Denn die Gründung dieser Initiative sei erfolgt nach dem Wahlerfolg der blauen Partei in Sachsen Anhalt. Man sehe rechtliche Positionen eine gesellschaftliche Akzeptanz erfahren.

Deshalb auch der Titel der Initiative eigentlich: Bedienungen gegen Rechts. Damit ist klar eine offen zur Schau getragene Diskriminierung erfüllt, die offensichtlich Blaue Partei Wähler unter Generalverdacht stellt. Eine Heuchlerei und Scheinheiligkeit der Edeldemokraten ohnegleichen, vorher von alkoholisierten pöbelnden Gästen zu sprechen, die man jeden Abend zuhauf als halbtote kotzende Leichen auf den Wiesen liegen sieht, und das seit Jahren. Und die Zahlen sprechen für sich; in der ersten Hälfte der Wiesenzeit schon über 4000 Einsätze von Rettungsärzten.

Seit 1810 wird das Münchner Oktoberfest jährlich auf der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt ausgerichtet. Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese findet dieses Fest statt. Ich warte schon auf die Nachricht, das Schwarze und Arabischstämmige das Oktoberfest mitbegründet haben, so wie sie nach dem 2. Weltkrieg Deutschland wieder aufgebaut haben wollen. Ich weiß nur noch nicht ob ich lachen soll oder das mieseste Deutschland aller Zeiten verlassen soll.

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